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Kendris

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Schützt den Anleger, denn er weiss nicht, was er tut 


Der Anleger: das unbedarfte Wesen? Unbedarft (Adjektiv): treuherzig und naiv; ein wenig dümmlich.


Wirklich? Sind Anleger so unbedarft, dass man sie vor sich selber schützen muss? Kann man nicht davon ausgehen, dass ein Anleger per se etwas mehr von Geld versteht als ein reiner Sparer? Offenbar nicht. So hatte beispielsweise das Anlagefondsgesetz von 1994 einen einzigen Zweck: Art. 1 «Dieses Gesetz bezweckt den Schutz des Anlegers». Und sonst nichts. Immerhin bezweckt das heute gültige Kollektivanlagengesetz schon «den Schutz der Anlegerinnen und Anleger sowie die Transparenz und die Funktionsfähigkeit des Marktes für kollektive Kapitalanlagen». 


Natürlich ist Anlegerschutz an sich nichts Schlechtes. Bei den an stehenden Gesetzesrevisionen sollte man aber nicht vergessen, dass jede Medaille zwei Seiten hat. Es gibt nicht nur die Anleger, sondern auch die Anbieter. Und die Anbieter stehen überdies in einem internationalen Wettbewerb. Wenn sich der Gesetz geber, wie im letzten Jahrhundert, zu einseitig auf den Anlegerschutz ausrichtet, kommen die Anbieter zu kurz. Und damit schadet man nicht nur den Banken, Fondsgesellschaften & Co., sondern auch dem Finanzplatz und Wirtschaftsstandort Schweiz


Dr. N. Bernhard, Chefredaktor bernhard@private.ch

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